Geschichte des Qualitätsmanagements

Historische Entwicklung des Qualitätsmanagements

Wenn man sich mit dieser Thematik vertieft beschäftigt, stellt man schnell fest, dass Qualitätsmanagement bereits viel länger von Bedeutung ist als man im ersten Moment denkt.

Schon im Altertum spielte Qualität bei der Herstellung und dem Tausch von Gütern eine nicht ganz unerhebliche Rolle. Schon die Babylonier führten Längen- und Gewichtseinheiten ein, welche später von den Römern und Griechen weiterentwickelt wurden.

Mit der Zunahme des Handels im Mittelalter stieg auch die Bedeutung des Begriffs «Qualität» weiter an und Zünfte schrieben ihren Mitgliedern zur Sicherung der Qualität Produktionsmethoden vor.

Qualitätsmanagement ab 1900

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts prägten vor allem Henry Ford und F.W. Tylor den Begriff des Qualitätsmanagements. Dabei entwickelte unteranderem Taylor das Prinzip des «Scientific Managements», welches die Prozesssteuerung von Arbeitsabläufen durch detaillierte Vorgaben managen sollte. Neben der Arbeitsteilung sah seine wissenschaftliche Betriebsführung einen Inspekteur vor, welcher die Aufgabe hatte, nicht funktionierende Teile auszusortieren.

(Ein schönes Bild dieser Zeit vermittelt auch der Film von Charlie Chaplin «Modern Times».)

In den 30er Jahren entwickelte der Ingenieur Walter A. Shewhart ein neues und revolutionäres System zur Qualitätsprüfung. Mit seiner Qualitätsregelkarte konnten funktionierende Prozesse mittels Stichproben überwacht werden.

In den 60er Jahren wurden neben der Produktion auch weitere Bereiche durch «vorbeugende Qualitätsmassnahmen» in die Qualitätssicherung integriert. Führende Denker dieser Zeit waren W. Edwards Deming und G. Taguchi.

Mit dem Grundsatz «Doing it right the first time», was auf Deutsch «Es beim ersten Mal richtig machen» bedeutet, wurden Mitte der 60er Jahre die ersten Null-Fehler-Programme in der amerikanischen Rüstungsindustrie eingeführt. Sie beruhten auf der Überlegung, dass bis zu diesem Zeitpunkt die Bedeutung von Motivation und Fähigkeiten der Produktionsmitarbeiter zu wenig beachtet wurde. Neu wurde darauf gezielt, dass die Mitarbeiter nach den Gründen für Fehler befragt und Wege gesucht wurden, wie diese Fehlerursachen vermieden werden können. Gleichzeitig wurde der Anspruch erhoben, dass nach Beseitigung der Ursachen keine Fehler mehr auftreten sollten. Letztlich wurde damit versucht, die Vermeidung jeglicher Fehler anzugehen.

In den 1970er Jahren findet man die ersten Ansätze im japanischen Schiffsbau zur «kontinuierlichen Verbesserung der Leistungsprozesse», welche bis Mitte der 80er Jahre vor allem durch Motorola zu einem Modell, welches noch heute unter dem Begriff «Nullfehlerstrategie» oder «Six-Sigma» bekannt ist, entwickelt wurde. Grosse Popularität erlangte «Six-Sigma» durch die erfolgreiche Einführung bei General Electric durch Jack Welch im Jahr 1996.

In den 1980er-Jahren kamen schliesslich Qualitätsnormen für Managementsysteme auf. Doch erst durch das Total Quality Management (TQM) wurde das Qualitätsmanagement an sich endgültig zu einer Aufgabe der obersten Führungsebene. TQM bezeichnet eine durchgängige, fortwährende und auf alle Bereiche einer Organisation ausgedehnte Kontrolltätigkeit. Diese Kontrollfähigkeit hat zum Ziel, Qualität als Systemziel einzuführen und dauerhaft zu garantieren. Die European Foundation for Quality Management (EFQM) schuf nach den europäischen Bedürfnissen in der Folge den EFQM-Standard, welcher über das TQM-Modell für Qualitätsmanagement hinausgeht.

Aktuelle Normen des Qualitätsmanagements

Eine grosse Bekanntheit erhielt der Qualitätsstandard ISO 9000 der Internationalen Organisation für Normung (ISO). In einem Qualitätsmanagement, welches mit diesen Normen arbeitet, sind folgende Dimensionen enthalten: Qualitätsplanung, Qualitätslenkung, Qualitätssicherung und Qualitätsverbesserung. Seit den 90er Jahren wird das systematische Qualitätsmanagement auch ausserhalb von klassischen Industriebetrieben gepflegt.

Die Struktur der Normenfamilie ISO 9000 ff besteht seit dem Jahr 2000 und ist das Ergebnis mehrerer umfassender Normrevisonen. In diesem Jahr wurden die ISO 8402:1995 und die bis dahin gültige ISO 9000:1994 zur neuen ISO 9000:2000 zusammengefasst. Die ISO 9000:2000 wurde in den Jahren 2005 und 2015 erneut überarbeitet und lag danach in der Fassung ISO 9000:2015 vor. Darüber hinaus wurden im Jahr 2000 die bis dahin gültigen Normen ISO 9001:1994, ISO 9002:1994 und ISO 9003:1994 in der ISO 9001:2000 verschmolzen. Im Jahr 2008 wurde die ISO 9001:2000 erneut leicht modifiziert und im Jahr 2015 einer Großrevision unterzogen. Seitdem liegt sie in der Fassung ISO 9001:2015 vor.

Somit ist die einzige jetzige Zertifizierungsnorm die ISO 9001:2015.

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