Schutz vor Cyber-Angriffen Cyber Security Cyberversicherung

        Cyberversicherungen: Welche vorbereitenden Massnahmen helfen sich kosteneffizient gegen Cyberkriminalität zu versichern?

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        Optimierung der Versicherbarkeit

        Eine Cyberversicherung gehört aus unserer Sicht heute zu den wichtigen Bestandteilen eines professionellen Risikomanagements. Besonders für Unternehmen mit eigener Serverinfrastruktur, Microsoft 365, ERP-Systemen und geschäftskritischen IT-Prozessen kann ein erfolgreicher Cyberangriff Schäden verursachen, die weit über die eigentlichen Wiederherstellungskosten hinausgehen.

        Entscheidend ist nicht, möglichst günstig eine Police abzuschliessen, sondern ein Unternehmen so vorzubereiten, dass Versicherer das Risiko günstig einstufen und im Schadenfall tatsächlich leisten.

        Der Schweizer Markt bietet dafür mittlerweile verschiedene Lösungen. Gemäss dem Schweizerischen Versicherungsverband (SVV) waren 2025 allerdings erst 11,5 % der Schweizer Unternehmen gegen Cyberrisiken versichert. (vgl. dazu Cyberversicherungen wachsen – doch bei KMU bleiben grosse Schutzlücken | SVV)

        Welche Leistungen sollte eine Cyberversicherung abdecken?

        Für eine professionelle Ausschreibung sollte man die folgenden Deckungsbereiche gewichten: (Vorschlag)

        Deckungsbereich

        Priorität

        Worauf achten?

        IT-Forensik und Incident Response

        Sehr hoch

        24/7-Verfügbarkeit, externe Experten, Sofortmassnahmen

        Daten- und Systemwiederherstellung

        Sehr hoch

        Auch Server, ERP, Datenbanken und Konfigurationen

        Betriebsunterbruch

        Sehr hoch

        Ertragsausfall, Wartefrist, Haftzeit

        Cyberhaftpflicht

        Sehr hoch

        Ansprüche geschädigter Kunden und Geschäftspartner

        Datenschutzverletzungen

        Hoch

        Anwaltskosten, Meldungen, Untersuchungen

        Cyber-Erpressung

        Hoch

        Krisenmanagement, Verhandlungen, mögliche Erpressungskosten

        Social Engineering / Zahlungsbetrug

        Hoch

        Überweisung nach gefälschten Zahlungsanweisungen

        Cloud- und Dienstleisterausfälle

        Hoch

        Microsoft 365, Hosting und kritische IT-Provider

        Krisenkommunikation

        Mittel

        Kundeninformation, Reputationsmanagement

        Hardwarebeschädigung / OT

        Branchenabhängig

        Produktionsanlagen, Maschinensteuerungen

        Welche Massnahmen verbessern die Versicherbarkeit?

        Das ist der wirtschaftlich wichtigste Teil der Vorbereitung. Die folgenden Massnahmen erhöhen die technische Widerstandsfähigkeit und verbessern typischerweise die Ausgangslage für die Risikoprüfung.

        Technische und organisatorische Prioritäten

        Massnahme                                                                                                                        Unsere Bewertung

        MFA für sämtliche externen und privilegierten Zugriffe                                               Kritisch

        Immutable/offline Backup und getestete Rücksicherung                                            Kritisch

        Patchmanagement und Beseitigung kritischer Schwachstellen                                Sehr hoch

        EDR/XDR und zentrales Security-Monitoring                                                                 Sehr hoch

        Privilegierter Zugriff und Netzwerksegmentierung                                                      Sehr hoch

        Notfallreaktion bei Cyberangriffen und Wiederanlaufpläne                                        Hoch

        Security Awareness und Phishing-Übungen                                                                  Hoch

        Unabhängiges Assessment und Dokumentation                                                         Hoch

        Die wichtigsten Massnahmen im Detail

        Multi-Faktor-Authentifizierung: MFA für VPN, Microsoft 365, Administratoren, Remote Desktop, Backupverwaltung und externe Dienstleister. Ausnahmen dokumentieren und absichern. Besonders wichtig sind privilegierte Konten und Remotezugriffe.

        Ransomware-resistente Backups: 3-2-1-1-0-Prinzip anstreben, mit isolierter bzw. unveränderbarer Sicherung, geschützten Backupadministratoren und dokumentierten Wiederherstellungstests. Ein erfolgreich ausgeführter Backupjob allein ist kein Restore-Nachweis.

        Schwachstellenmanagement: Inventar der Systeme, klare Patchfristen, regelmässige Scans und dokumentierte Behandlung nicht patchbarer Systeme. Kritische, öffentlich erreichbare Sicherheitslücken besonders rasch beheben.

        Endpoint Detection & Response: Zentral verwalteter Schutz sämtlicher Server und Clients, überwachte Sicherheitsmeldungen und geregelte Reaktion auf Bedrohungen. Mindestens eine Moderne EDR oder sogar mit 24/7-MDR-Service.

        Netzwerksegmentierung: Benutzer, Server, Backup, Management, Gastnetz und gegebenenfalls Produktion/OT voneinander trennen. Nur notwendige Kommunikationsverbindungen zulassen.

        Notfallmanagement: Verantwortlichkeiten, Notfallkontakte, Kommunikationswege, Wiederanlaufreihenfolge und Freigabeverfahren festlegen. Mindestens jährlich eine realistische Krisenübung durchführen.

        Awareness: Wiederkehrende, kurze Mitarbeiterschulungen und Phishing-Simulationen. Für Finanzen und Geschäftsleitung spezielle Prüfverfahren bei Kontoänderungen und Zahlungsfreigaben, für schnelle Reaktionen sollten Codewörter vereinbart werden.

        Nachweise: Risikoassessment, Sicherheitsrichtlinien, Scanberichte, Backup-Testprotokolle, Patchreports und Schulungsnachweise für den Versicherer zusammenstellen.

        Corporate Cybersecurity Infrastructure with MFA and Ransomware Resistant Backup

        Schlussfolgerung

        Bevor Sie damit beginnen eine Versicherungslösung zu evaluieren, stellen Sie sicher, dass Sie die erwarteten Voraussetzungen erfüllen, sonst bezahlen Sie zu viel oder im Ernstfall wird der Versicherer nicht leisten.

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        Dominik Zehnder

        Autor
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